Trauer um Herbert Menzel

Herbert Menzel

Mit Bestürzung muss der Förderverein den Tod von Herbert Menzel vermelden, der am 16. November 2017 im gesegneten Alter von 90 Jahren verstarb. Wir verlieren in erster Linie einen sehr liebenswerten Menschen, der uns über Jahre hinweg durch seine Vorträge im Geowissenschaftlichen Arbeitskreis die Begeisterung für “seine” Fossilien, die Otolithen, spüren ließ.

Seine enge Bindung an das Überseemuseum der Stadt Bremen und seit Mitte der 1990er Jahre an den Fachbereich Geowissenschaften der Universität Bremen führte dazu, daß er im Oktober 2002 seine Spezialsammlung der Geowissenschaftlichen Sammlung der Universität Bremen schenkte. In den Jahren 1997 und 2000 verlieh die VFMG Menzel in Anerkennung seiner beiden Publikationen auf dem Gebiet der Otolithenforschung den Wilke-Preis. Als Krönung seiner Arbeiten erhielt er dann im Jahr 2003 die Karl Alfred von Zittel-Medaille, eine Auszeichnung der Paläontologischen Gesellschaft für besonders verdiente Amateurpaläontologen.

Für den Hobbypaläontologen Herbert Menzel aus Bremen war auch der geringe Platz in der Wohnung ein wichtiges Argument, seine Leidenschaft für Otolithen zu entwickeln. Nachdem Ende der 1960er Jahre das Interesse geweckt worden war, sammelte er jahrzehntelang fossile Otolithen. Zum einen war Menzel fasziniert von der Anwendung in der paläontologischen Forschung, die dadurch begünstigt wird, daß jeder Otolith eine charakteristische Gestalt besitzt und für eine bestimmte Fischart typisch ist. Menzel begann Otolithen in Norddeutschland zu sammeln, besonders im Oligozän und Miozän. Zu seinen bevorzugten Fundorten gehörte die ehemalige Tongrube Sunder in Twistringen, südlich von Bremen. In Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung bearbeitete er Material aus zahlreichen Bohrungen im Rahmen des Wasserwirtschaftsplanes in Niedersachsen. Für diese Arbeiten lag fossiles Vergleichsmaterial aus anderen Teilen Deutschlands sowie aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Österreich und den Niederlanden vor. Besonders Otolithen aus dem Oligozän bis Pleistozän der Türkei. So wurde er innerhalb weniger Jahre zu einem angesehenen Spezialisten für diese Fossilien und baute eine umfangreiche Fossilsammlung auf, die er durch rezentes Material ergänzte. Die Sammlung ist etikettiert und vollständig in einer Datenbank erfasst.

Wir werden Herbert Menzels bescheidene und zuvorkommende Art nicht vergessen.

 

Ausführlichere Würdigungen der wissenschaftlichen Arbeit von Herbert Menzel finden sich in diesen Veröffentlichungen:

  • Lehmann, J. (2003): Verleihung der Karl-Alfred von Zittel-Medaille der Paläontologischen Gesellschaft 2003 an Herbert Menzel. GMit. Geowissenschaftliche Mitteilungen 14: 90-92.
  • Lehmann, J. (2010): Geologie und Paläontologie des nordwestdeutschen Raumes – die Beiträge von Herbert Menzel. Abhandlungen herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen Verein zu Bremen 46:(3) 393-396.
  • Lehmann, J. (2010): Statolithen – kleine Fossilien ganz groß. Fossilien 27:(6) 359-366.

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