Am vergangenen Wochenende fand wieder die beliebte Mineralienmesse in Hamburg-Schnelsen statt. Mittlerweile hat sich der neue Standort gut etabliert .
Auch in diesem Jahr boten die beiden Ausstellungsräume wieder den bekannten und ausgewogenen Mix der verschiedenen Kategorien einer Messe der schönen Steine und Naturalien.
Alles in allem bietet die Messe in Schnelsen immer wieder faszinierende Stücke, die entweder wissenschaftlich oder in ästhetischer Hinsicht interessant sind. Einiges fällt aber eher in die Rubrik Kunst, und über diese kann man ja bekanntlich unterschiedlich urteilen. Interessant ist, wie jedes Jahr mit neuen Ideen Naturmaterialien kombiniert und zu phantasiereichen Skulpturen miteinander verbunden werden.
Feueropale und prächtige Kristallstufen sind von zeitloser Schönheit und boten wieder einmal so manchen Hingucker. Wer sich für Schönes aus der Welt der Geologie begeistern kann, kam bei dem Angebot bestimmt auf seine Kosten.
Einen Abstecher in die Experimentalarchäologie bot der Stand mit den Steinzeitwerkzeugen. Hier wurden u.a. Messer mit scharfen Feuersteinklingen angeboten, die nicht nur im urigen prähistorischen Design daherkamen, sondern wohl durchaus alltags- und damit küchentauglich waren.
Unter den Anbietern von Fossilien dominierten die bekannten Händler mit ihrem gewohnten Repertoire. Wieder waren große Kranaosphinctes -Ammoniten im Angebot. Aber leider entweder anpoliert oder nachgeweißt, und damit wissenschaftlich uninteressant. Zur sensationellen Seite gehörte neben einem Höhlenlöwenfossil mit Originalbehaarung aus dem Permafrost Jakutiens ein jurassischer Frosch aus Uruguay. Ein bekannter marokkanischer Händler, der teilweise für seine Qualitätsfossilien bekannt ist, hatte Basilosauruszähne auf dem Tisch, unter denen neben den wie üblich geschönten auch ein paar sehr imposante und augenscheinlich nicht verschlimmbesserte Exemplare dabei waren. Es lohnte sich wie immer ein genaueres Hinsehen, um besondere, erschwingliche Stücke zu finden. Zwischen bearbeitetem Material und zusammengeklebten Kunstobjekten aus ganzen und halbierten Ammoniten konnten wir für die Lehre der Uni ein paar Kilogramm-Lots madegassischer Perlmutt-Ammoniten von einem dort ansässigen Exporteur erstehen.
Von einem Anbieter aus den Niederlanden erwarben wir einen Zahnwal-Wirbel aus der inzwischen nicht mehr zugänglichen Oligozän-Fundstelle in Bünde, Nordrhein-Westfalen. Ein Schnäppchen. Ein sehr gut erhaltenes Eldonia-Weichkörperfossil aus dem Ordovizium von Marokko rundete die von uns getätigten Einkäufe ab.
Am Rande der Veranstaltung gab es auch diesmal wieder viele Gelegenheiten zum Austausch und Networking. So hatten wir noch die Gelegenheit, mit unseren Freunden vom Urzeithof in Stolpe im Austausch mit einer Fährtenplatte aus Winterswijk einen schönen, gut erhaltenen Eurypteriden zu ergattern.
In allen ihren Facetten war die Messe wieder mal ein lohnendes Event, am Händlerfreitag mit wichtiger sozialer Komponente. Für die Augen gab es allemal genug, für die Ohren sorgten hin und wieder voluminöse Klangschalen für beruhigende akustische Untermalung.
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