Kürzlich bekamen wir einen Teil der ehemaligen Sammlung von Peter Jörres von seiner Tochter geschenkt. Herr Jörres war über viele Jahre aktives Mitglied im Geowissenschaftlichen Arbeitskreis, und so freuten wir uns besonders über die Gelegenheit, für uns interessante Fossilien aus diesem Nachlass herauspicken zu dürfen.
Als wissenschaftliche Sammlung sind für uns genaue Fundangaben extrem wichtig, und so inventarisieren wir in der Regel keinerlei Material, dem Angaben zum Fundort fehlen. Beim hier abgebildeten Fossil mussten wir jedoch eine Ausnahme machen, da solch ein Fund sehr selten ist.

Auch wenn sämtliche Angaben zur Provenienz fehlen, ist zu vermuten, dass es sich hierbei um ein Geschiebefossil handelt, also um eines, das durch die Gletscher der Eiszeit transportiert wurde. Hierfür spricht die zwar generell kantige Gestalt des Gesteins, jedoch sind die Ecken deutlich abgerundet, wie es für einen Eistransport typisch ist. Doch das ist nicht die Besonderheit des Stückes: Der angeschlagene Bereich des Gesteinsstücks zeigt den Negativabdruck einer Meeresassel.

Asseln gehören zu den Krebstieren, und im Gegensatz zu unseren heimischen Kellerasseln lebten viele der Organismen, die wir aus der erdgeschichtlichen Überlieferung als Fossilien kennen, im marinen Milieu. Möglicherweise ist das vorliegende Stück der Art Palaega danica Van Straelen, 1928, zuzuordnen. Diese wurde erstmals aus den frühesten Gesteinen der Erdneuzeit, dem Danium, beschrieben.



